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Disneyland Paris ’97 – Ein Jahr wie nie zuvor (10.04. – 14.04.1997)
von Michaela Lautenschläger

 

Unter diesem Motto „Ein Jahr wie nie zuvor“ ging es nun bereits zum 6. Male ins Disneyland Paris. Denn die spektakuläre Geburtstagsfeier anlässlich des 5-jährigen Jubiläums am 12. April durften wir uns auf keinen Fall entgehen lassen.
Bei strahlend blauem Himmel ging es am Donnerstag morgen wie üblich mit der Bahn los zum Düsseldorfer Flughafen. Wir staunten nicht schlecht, als der InterRegio pünktlich auf die Minute um 08:10 Uhr einrollte. Für uns blieben mal wieder nur die Notklappsitze übrig.
Am Düsseldorfer Hbf angekommen, bekamen wir auch sofort den Anschluss zum Flughafen. Die Zelte waren abgebrochen, alles ging wieder seinen gewohnten Gang. Wir fanden ohne Mühe den Schalter von Air France und beim Einchecken ging auch alles recht schnell, so das wir bis zum Abflug um 11:05 Uhr noch massig Zeit hatten. Unsere Maschine war dann auch pünktlich und voller Vorfreude stiegen wir in den Airbus A 320 ein. Nach einem wunderbaren, ruhigen Flug landeten wir planmäßig um 12:15 Uhr auf dem Pariser Flughafen Charlles-de-Gaulle. Leider war es über Paris etwas diesig, so das wir den Eiffelturm dieses mal nicht zu Gesicht bekamen. Doch was soll’s: Euro Disneyland wartete schon auf uns. Wir fanden sogar direkt das richtige Gepäckband und innerhalb von wenigen Minuten waren unsere schweren Taschen auch schon da. Wow, man war es ja überhaupt nicht gewohnt, das tatsächlich mal alles auf anhieb klappte.
Allerdings war es unheimlich warm in Paris für diese Jahreszeit und mit viel zu dicken Klamotten warteten wir auf den VEA Navette Shuttle-Bus, der übrigens auch seinen 5. Geburtstag feierte. Er ließ auch nicht allzu lange auf sich warten und schon bald darauf fuhren wir in das sonnige Marne-la-Vallee. Während der Fahrt bekamen wir doch direkt zur Einstimmung einen kurzen Film über Disneyland zu sehen. Darüber erfuhren wir eine Menge darüber, was uns dieses mal so alles erwarten sollte. Nach ca. 45 Min. kamen wir dann schließlich an unserem altbewährten Hotel Santa Fe an. Lange nicht gesehen, trotzdem wieder erkannt. An der Rezeption bekamen wir auch recht schnell die Unterlagen für das Hotelzimmer, nebst zwei wunderschönen Eintrittskarten für den Themenpark mit dem Motiv „Der Glöckner von Notrè Dame“. Wir brachen in Begeisterungsstürme aus, denn genau diese Eintrittskarte wollten wir unbedingt haben. Für das Fotoalbum versteht sich. Die große Party konnte beginnen. Unser Hotelzimmer lag dieses mal zur ebenen Erde mit Aussicht auf den Parkplatz. Das Zimmer selbst in dem üblichen Tex-Mex-Stil war auch nicht so ganz stilecht. Über den Betten funktionierte jeweils nur eine Lampe. Aber hatten wir das nicht schon einmal? Und dazu noch in dem gleichen Hotel? Eine Lampe war dazu noch ganz krumm und schief, als ob sich jemand daran erhängt hatte. Derjenige konnte wohl keine Mickey Mouse mehr sehen. Aber damit muss man hier leben, schließlich sind Mickeys Ohren überall.
Und, kurz frisch gemacht, zog es nun aber zum Magic Kingdom. Mussten wir doch fast ein Jahr darauf warten. Doch erst einmal mussten wir den üblich langen Gewaltmarsch auf uns nehmen. In diesen 5 Tagen so oft wie nie zuvor..., vorbei an dem mysteriösen Ufo, das immer noch in der Erde feststeckte. Wo waren bloß die Außerirdischen geblieben, die einst hier landeten? Wir marschierten am bekannten Westernhotel Cheyenne uns unserem ehemaligen Haus „Billy the Kid“ vorbei. Man schwelgte in Erinnerungen. Sollte es tatsächlich schon 1 Jahr her sein?
Im Disney Village (ehemals Festival Disney) steppte schon kräftig der Bär und das schon zur frühen Mittagsstunde. Bullenreiten war angesagt, doch dafür blieb jetzt erst einmal keine Zeit. Wir zogen am neu erbauten „Planet Hollywood“ vorbei, was auch tagsüber ohne seine Glitzerbeleuchtung seine Wirkung nicht verfehlte. Direkt nebenan war schon die nächste Baustelle zu finden, für ein riesiges Kinokomplex, was noch diesen Sommer seine Pforten öffnen wird. Doch nun endlich ab zum Themenpark. Die Massen wälzten sich. Das Jubiläumswochenende war wie erwartet natürlich restlos ausgebucht. Von weitem sahen wir schon das Dornröschenschloss, das sich nun in ein prächtiges Gauklerschloss verwandelt hatte und was wir schon von unzähligen Prospekten und Fernsehberichten kannten. Nun hatten auch wir es endlich live und in Farbe vor uns.
Als wir uns nun durch das rosafarbene Disneyland Hotel, auch Zuckerbäckerburg genannt mit den anderen Massen hindurchdrängten verschlug es uns erst einmal die Sprache als wir die Main Street USA betraten. Die komplette Main Street war mit sämtlichen Flaggen mit dem 5-Jahreslogo geschmückt. An der Main Street Station ragte ein gewaltiger Regenbogen aus Chrysanthemen für das „Festival des Fleurs“, dem Blumenfestival. Der Anblick war einfach überwältigend. Die ersten Fotos wurden geschossen. Hinter dem Bahnhof der Euro Disneyland Railroad waren Mickey, Minnie, und andere bekannte Disney-Figuren aus den buntesten Blumen und Pflanzen aufgestellt, die man auch noch an so zahlreichen Stellen des Parks bewundern konnte. So etwas wunderschönes haben wir bisher noch nicht gesehen. Dieses mal haben sich die Imagineers wirklich etwas ganz besonders einfallen lassen. Aus den Lautsprechern dudelte uns der Song „C’est l‘ Année de toutes les Fetes – The year to be here“ das offizielle Geburtstagslied entgegen, was wir in diesen 5 Tagen noch am laufenden Band zu hören bekommen würden. Die Cast Members liefen alle mit lustigen, bunten Gauklerhüten durch den Park, die uns selbstverständlich sofort gefielen. Sollten wir uns auch einen kaufen? Im „Storybook Store“ wurden natürlich sofort die ersten Souvenirs eingekauft. Wie soll es auch anders sein. Endlich hatten wir wieder ein neues Souvenirbuch von Disneyland Paris, mittlerweile schon das 4. Währenddessen zog die Gauklerparade „Carneval des Fous“ an uns vorbei, doch auch hierfür hatten wir erst einmal keine Zeit.
Wir hatten nämlich mittlerweile einen Bärenhunger (wie einst Winnie Puh) bekommen und so machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant. Was eignete sich da also besser als das neue Restaurant „Buzz Light Years Pizza Planet“ zu testen? Auf zum Discoveryland. Das Pizza Planet war originalgetreu aus dem Computeranimierten Film „Toy Story“ nachgebaut worden. Auf sämtlichen Bildschirmen flimmerten die lustigsten Szenen von Buzz und Woody. Dabei schmeckte die Lasagne noch mal so gut. Uns gefiel es dort so gut, das wir gleich 3 Tage hintereinander dort zu Mittag aßen. Nach dieser galaktischen Stärkung musste Alex erst einmal mit ihrem geliebten „Space Mountain“ fahren. Na, ob das mal gut ging? Natürlich ging es gut und wenn wir schon einmal da waren, gingen wir direkt weiter ins „Le Visionarium“. Eine Zeitreise war jetzt genau das richtige für uns. Mit dem freundlichen Roboter Timekeeper und seiner Assistentin Nine Eye sausten wir quer durch die verschiedenen Zeit-Epochen. Wir wurden in die Welt der Dinosaurier versetzt, sahen zu wie die Schotten Krieg gegen die Engländer führten und erlebten Paris im Jahre 2089, das strahlender denn je war.
Nach soviel Aufregung ging es aber doch erst einmal ins Fantasyland. Los ging es mit Schneewittchen und den 7 Zwergen. Sang da nicht mal jemand von ihnen „Schrumm, Schrumm, das Lied ist dumm“? Bei „Les Voyages“ de Pinocchio“ wären wir beinahe von dem gefürchteten Wal Monstro verschluckt worden, was gerade noch gut ging. Na, zum Glück haben wir auch keine Eselsohren bekommen. Schon bald sausten wir mit Dumbo, dem kleinen Elefanten durch die Lüfte. Soll da noch jemand behaupten, Elefanten könnten nicht fliegen. Doch halt, war da nicht gerade ein weißes Kaninchen mit einer großen Uhr? Nichts wie hinterher. Doch in „Alice’s Corious Labyrinth“ verliefen wir uns gnadenlos und trafen auf die merkwürdigsten Gestalten. Die listige Tigerkatze, die uns nur in die Irre führte oder die merkwürdige Raupe, die auf den seltsamen Namen „Y“ hörte und uns mit seiner komischen Pfeife zuräucherte und dazu noch mit urkomischen Gedichten nervte. Doch wo war bloß das weiße Kaninchen? Eine Mannschaft Spielkarten malten alle Rosen rot, da sie ausversehen weiße Rosen gepflanzt hatten, passend zu einem lustigen Lied. Natürlich halfen wir ihnen, doch schon bald verfolgte uns die Herzkönigin mit wüsten Beschimpfungen und wollte uns die Köpfe abschlagen. Schnell ins Schloss geflüchtet. Das war knapp – Zeit ein wenig zu verschnaufen bei einem herrlichen Blick über das gesamte Fantasyland. Anschließend drehten wir mit „Casey Jr.“, dem lustigen kleinen Zirkuszug einige Runden um uns danach bei einer ruhigen Bootsfahrt in „Les Pays des Contes des Fèes“, die kleine Märchen- und Sagenwelt von Disney herrlich zu entspannen. Die wunderschöne Kinderlandschaft von „It’s a small world“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Immer wieder schön. Die zauberhafte Melodie geht einem den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. So war der erste Tag auch schon bald vorüber, da der Park heute um 18:00 Uhr schließen würde. Uns, müde und kaputt von der Reise und dem frühen Aufstehen machte es nicht allzu viel aus, schließlich hatte man ja noch 4 weitere Tage vor sich.
Im Hotelzimmer angekommen, wurde erst einmal der Deckenventilator getestet. Bei der steifen Brise flüchtete ich allerdings ins Badezimmer. Das Waschbecken hatte auch schon bessere Tage gesehen. Alles war total vermackt, als ob jemand ständig Gläser darin zerbrochen hätte. Wer weiß, was für Vandalen vor uns hier in diesem Zimmer gehaust haben. Garantiert keine echten Disney-Fans. Wir aßen unsere berühmten Butter-Stullen und schauten uns dabei das Disney TV-Programm an, schließlich kann man nie genug davon bekommen. Nicht lange darauf schliefen wir ein mit voller Erwartung auf den nächsten Tag.
Am nächsten Morgen wurde ich von einem lauten „Hier ist der fröhliche Wecker“ – Ruf geweckt. Draußen herrschte das beste Neumexiko-Wetter, wie übrigens an allen anderen Tagen, die wir hier verbrachten. Die zwei Tage im Jahr, an denen es regnet hatten sich wohl auch in diesem Jahr verschoben. Wir frühstückten erstmalig ausgiebig in der La Cantina , die wir ja auch noch bestens kannten. Das Kontinentale Frühstück passte allerdings nicht so ganz zu dem typischen Tex-Mex-Touch. Das war nämlich eher typisch französisch – C’est la vie.
Nach dem langen Marsch wieder im Themenpark angekommen, wimmelte die ganze Main Street nur so von Disney Figuren. Ein Foto und ein Autogramm von Mickey, Minnie und Pluto durften da nicht natürlich nicht fehlen, nebst den neuen Stars Clopin und Esmeralda.
Jetzt aber schnell, es pfeift der Zug. Nehmen wir den nächsten Zug. Doch die nächste Disneyland Railroad kriegen wir nicht und auch nicht die übernächste. Aber nach 20 Minuten geht es endlich mit einem lauten „Whooooop“ los, einmal rund ums Disneyland. Erst durch das überwältigende Grand Canyon Diorama, gefolgt von einem wunderschönen Blick auf die „Rivers of the far West“ und dem beeindruckenden rötlichen „Big Thunder Mountain“. Als wir wieder in die Main Street Station einrollten erklang wieder an jeder Ecke das Geburtstagslied. Nachdem wir eine halbe Stunde lang an einem Souvenirstand am „Central Plaza“ gestanden hatten, kaufte wir uns dann endlich einen von den wunderschönen Gauklerhüten. Sofort wurden unzählige Fotos von uns, mit den Hüten vor dem Gauklerschloss geschossen. Da platzte doch glatt die Linse.
Nach dem Motto „doppelt bunt hält besser“ ging es abermals ins Fantasyland. Peter Pan winkte uns schon vom weitem zu, um das kleine Schiff zu besteigen. Wir flogen über das nächtliche London, vorbei am Big Ben, weiter ins Nimmerland hin bis zur Morgenröte. Wer wünscht sich da nicht auch nie Erwachsen zu werden. Bald darauf trafen wir auf die verrückteste Teegesellschaft, die wir je erlebt hatten. Mit Mad Hatter und dem Märzhasen feierten wir kräftig Nicht-Geburtstag. Auf einmal wirbelten wir in riesigen Teetassen in „Mad Hatters Tea Cups“ umher. Rund ging es auf der Kaffeetafel, Pardon natürlich der Teetafel. Etwas benommen und ein wenig verstimmt im Magen stiegen wir aus. Dann folget eine absolute Premiere. Wir fuhren das erste mal mit dem nostalgischen Pferdekarrussel „La Caroussel de Lancelot“. Ein Wirbelwind aus Farben, begleitet zu der Musik aus Mary Poppins.
Doch nun war es an der Zeit wieder einen Blick in die Zukunft zu werfen. Blast Off! Unsere Zukunft heißt Discoveryland. Mit „Star Tours“ unternahmen wir eine rasante und aufregende Reise zum Moon of Endor vorbei an gefährlichen Kometen und Sternen. Nach diesem Abenteuer ließen wir es etwas ruhiger im „Cine Magique“ angehen. Captain EO-Time war mal wieder angesagt. Nun schon zum 10. oder 11. Male? Wir konnten es längst nicht mehr zählen, aber trotzdem immer wieder spannend. Den „Space Mountain“ sah ich mir lieber nur von unten an. Der Berg im Weltraum sah mir nicht so ganz geheuer aus und zum Mond wollte ich eigentlich nicht fliegen. Dafür ereignete ich mich hervorragend als Taschenhalter (ich halte mal eben die Tasche). Dazu an entsprechender Stelle mehr. Dank der kleinen Zuschauerpassage konnte ich dennoch einen Blick in Space Mountain werfen. Mit den intergalaktischen Autos von „Autopia“ sausten wir durch die Weltraumstadt Solaria. Allerdings hielten wir uns nicht so ganz an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 220 km/h. Zum Glück wurden wir nicht erwischt.
Doch, now it’s showtime. „Disney Classics – The Music and the Magic“ im Videopolis. 30 Minuten Musicalstimmung pur in bester Starbesetzung. Selbst Mickey ist in sein Festtagskostüm geschlüpft. Arielle, Die schöne und das Biest, Aladdin sowie Pocahontas folgten auf dem Fuße zu den gleichnamigen Disney-Klassikern. Zudem wurde uns eine rockige Version des guten Laune-Songs „Hakuna Matata“ dargeboten. Als krönender Abschluss folgte ein Stück aus dem neuen Meisterwerk „Der Glöckner von Notrè Dame“ und zu „Topsy Turvey“ tanzten und klatschten alle begeistert mit. Niemand hielt es mehr auf seinen Sitzen, selbstverständlich auch wir nicht. Nach dieser gigantischen Show, die wir so schnell nicht vergessen werden besuchten wir die mysteriöse Nautilus aus 20.000 Meilen unter dem Meer und betraten das Reich von Kapitain Nemo. Dieses Abenteuer war nicht ganz ungefährlich denn die riesige Krake hielt sich immer noch in die Nähe des Schiffes auf, dass das U-Boot beinahe zerstörte. Im „Orbitron“ steuerten wir unser eigenes Raumschiff in einem schwindelerregenden aber auch höchst unbequemen Abenteuer entgegen. Die blauen Flecken erinnerten mich noch Tagelang an diesen Flug.
So langsam wurde es an der Zeit sich wieder gen Disney Village zur „Buffalo Wild West-Show“ zu begeben. Wer glaubt man hätte in 5 Jahren Disneyland schon alles erlebt hat sich getäuscht. Vor der Arena heizte uns schon eine Country-Band mit fetziger Country-Musik ein und schon bald durften wir als Besitzer der Cowboyhüte mit den roten Bändern als erste zur Ranch, nämlich der „Red Star Ranch“. Welch eine Ehre für uns. Ein paar mal wurde das Hüteschwenken geübt, während wir Cola en Masse eingeschüttet bekamen. Doch dann ging endlich um 18:30 Uhr der Vorhang auf. Yeah, man let’s go. Felsen kamen zum Vorschein, ein riesiger Mond und ein Indianer der malerisch davor Wache hält. Dann galoppiert ER in die Arena, dass der Sand nur so spritzt und die weißen Locken nur so fliegen. Buffalo Bill der große Star. Er hat natürlich den ganzen Wilden Westen mitgebracht. Ich fühlte mich selbst wie Sitting Bull, aufgrund meines roten von Sonnenbrand übersätem Gesicht. Zur Begrüßung schwenkten wir, wie schon zuvor geübt, kräftig unsere Cowboyhüte, während ein Kellner gerade die Vorspeise „Chili con Carne“ servierte. Es folgten tolle Indianerkämpfe, Stunts und Schießereien sowie ein originalgetreuer Postkutschenüberfall. Und es wurde kräftig weitergegessen. Aus einem Bauchladen schöpfte der Kellner leckere Maiskolben, Würstchen, Hähnchenkeulen, sehr kleine Pellkartoffeln sowie Sparerips die allerdings kein Mensch durchschneiden konnte da sie hart wie Zement waren. Eine Büffelherde stampfte laut donnernd in die Arena. Zwei von ihnen hatten allerdings etwas besseres vor (Nur für Insider). Annie Oklay die beste Schützin des Wilden Westen schießt Kerzen aus, Sitting Bull beschwört den Regen, die Büffel oder was auch immer. Inzwischen bekamen wir unseren Nachtisch serviert, was eindeutig das beste am ganzen Menü war vom Chili mal abgesehen. Heißer Apfelstrudel mit Vanilleeis. Einfach göttlich, davon hätte ich gerne eine Portion mehr. Währenddessen wurden durch alle Reihen Medizinbälle verteilt als Wettkampf. Wir die „Red Star Ranch“ gingen als Sieger vom Platz. Ye how, and howdy. Die Hüte Leute!. Zum Abschluss bekamen wir noch einen guten starken Kaffee und die Show neigte sich so langsam dem Ende entgegen. Nicht ganz billig das Spektakel, aber satt wird man auf jedem Fall und der Cowboyhut ist zusätzlich noch ein schönes Souvenir. Im „Relais“ kaufte ich mir noch ein schönes romantisches Bild von Paris mit einer 3-Meter langen Tasche, (ich halte mal eben die Tasche) machten wir uns auf dem Weg zu unserem Pueblo. Heute mussten wir früh ins Bett denn Morgen sollte uns viel erwarten.
Und es wurde nach einer kurzen Nacht endlich Samstag, der 12.04.1997, der offizielle Geburtstag von Disneyland Paris. Nach dem Kontinentalen Frühstück setzten wir unsere Gauklerhüte auf, die an diesem besonderen Tage hervorragend passten, und los ging’s zur großen Fete. Die erste Sensation folgte schon im Disney Village. Unzählige Reporter und Pressefritzen standen schon erwartungsvoll an der Post. Es wurde die offizielle Geburtstags-Briefmarke von Disneyland präsentiert von Mickey und Minnie persönlich. Wir schauten eine ganze Weile dem Rummel zu als Mickey spontan auf mich zukam und mich kräftig umarmte. Ich, restlos überrascht fand es einfach nur süß, schade das wir keinen Camcorder hatten.
Auf der Main Street herrschte ein heilloses Durcheinander. Auf der Bühne wurden die letzten Vorbereitungen getroffen, Kabel wurden verlegt, Mikros getestet und die Cast Members liefen aufgeregt hin und her. Die Bereiche für die Geburtstagsparade und die geladenen Gäste wurden schon alle abgesperrt. Doch erst einmal gingen wir zur City Hall um uns mit Prospekten und Programmheften für den heutigen Tag eindeckten. Dort erfuhren wir auch, dass es ein Feuerwerk geben sollte. Nur die Uhrzeit haben wir nicht so ganz verstanden, irgendwann so gegen 22:15 und 23:00 Uhr, wir waren gespannt.
Nun wurde es auch direkt Zeit, sich auch schon einmal einen Platz für die Geburtstagsparade zu sichern, die um 12:00 Uhr beginnen sollte. Hinter Caseys Corner fanden wir dann noch eine kleine Lücke für uns. Es war gerade mal 10:40 Uhr, also noch fast 1 ½ Std. warten. Überall bunkerten sich die Leute schon fest, wo es nur was zu bunkern gab. Nie wurde warten so lang. Inzwischen vertrieb man sich die Zeit damit, ständig hin und her zu rücken weil die Leute intelligenterweise immer gerade durch unsere Lücke marschieren mussten. Irgendwann wurde es dann aber doch endlich 12:00 Uhr. Der bekannte Roy Disney, Neffe von Walt hielt eine hervorragende Ansprache. Es waren noch viele Prominente auf der Bühne, hauptsächlich Disney-Bosse aus Amerika, sowie Schauspieler wie wir leider alle nur vom weitem bewundern konnten. Langsam kamen die Fanfarenbläser um die Ecke, gefolgt von der großen Grand Opening Marching Band. Gleich hinten daran folgten Kinder und Fußgruppen aus ganz Europa mit ihren jeweiligen Trachten und Kostümen. Deutschland kam natürlich, wie sollte es auch anders sein im „Bayern-Look“. Inzwischen hatten wir das große Blech im Ohr. Zwischen den Fußgruppen zogen die ganzen Disney-Paradewagen an uns vorbei, thematisch passend zu den jeweiligen Ländern aus denen die großartigen Märchen einst stammten. Es gab auch einen neuen Geburtstagsparadewagen mit dem 5-Jahres-Logo, ganz in den schreienden Farben von pink und rosè gehalten, von wo aus uns Mickey und Minnie zuwinkten. Als Highlight folgte die komplette Gauklerparade „Carneval des Fous“. Zum guten Schluss erschien noch einmal der Held Mickey auf einer riesigen Geburtstagstorte. Die Operdiva Barbera Hendricks sang „Happy Birthday“ für Mickey und das ganze Disneyland und was dann folgte war einfach atemberaubend. Ein wahrer Konfetti-und Luftschlangenregen ging über die ganze Main Street nieder, alles war schreiend bunt. Gleichzeitig gab es eine kleine Flugschau über dem Gauklerschloss, wobei aus jedem Flugzeug eine andere bunte Rauchwolke als Schweif diente. Man wusste gar nicht wohin man zuerst schauen sollte. Sofort dröhnten aus allen verfügbaren Lautsprechern des Parks das offizielle Geburtstagslied. Eine wirklich gelungene Geburtstagsparty mit Hindernissen und einer klirrenden Kälte an diesem Nachmittag. Sollten unsere Klamotten doch nicht so verkehrt sein? In der Main Street wurde nun kräftig abgefeiert was das Zeug hielt und wir schauten dem Spektakel bis zum Erbrechen zu. Doch irgendwann hat alles schöne ein Ende und wir setzten unser Programm fort.
Da Alex ja unbedingt nochmals Space Mountain fahren musste, ging es abermals ins Discoveryland, gefolgt von einem weiteren Besuch im Pizza Planet.
Da das Frontierland für die private Prominentenfete um 17:00 Uhr für alle anderen Gäste schließen würde nahmen wir uns das Adventureland vor. Von weitem hörten wir schon die Trommeln der African Tam Tam. Wir erkundeten ausführlich das Baumhaus der Schweizer Familie Robinson. Wahnsinn was die erfinderische Familie einst daraus gemacht hatte. Von oben sah man noch das verrottete Wrack des Schiffes wo einst die Familie in einen fürchterlichen Sturm geriet und schiffbrüchig wurde. Doch keine Angst, der Sturm hat sich längst gelegt. Über die Adventure Isle gingen wir weiter durch die unheimlichen, dunklen Höhlen von Skull Rock zu „Captain Hook’s Galley“. Zum Glück waren gerade keine Piraten in Sicht und Captain Hook selbst war auch nirgends zu sehen. Sonst hätte er uns doch gnadenlos an den Mast gefesselt und uns mit seiner schrecklichen Kralle bedroht. Bei den „Pirates of the Caribbean“ war mir die Luft dann doch etwas zu dick, also hielt ich mich lieber fern. Da „Indiana Jones et la Tempel du peril“ auch nichts für meine schwachen Nerven war, schaute ich lieber mit einer Portion Popcorn von unten zu, was auch nicht uninteressant war. Soll doch den anderen Abenteurern schlecht werden. Anschließend schauten wir uns in Ruhe den Adventureland Bazar an, wobei man leider bei den Souvenirs nicht feilschen konnte. Orientalische Sitten in ehren, aber die Preise stehen fest.
Wir machten trotz allem noch einen kleinen Abstecher ins Frontierland wo schon alles kräftig für die private Geburtstagsfete vorbereitet wurde. Es wurden große Theken aus Eis gemeißelt und die riesigen Grille wurden auch schon angeschmissen. Der „Big Thunder Moutian“ machte sich bereit für seine letzte Fahrt.
Heute fanden wir auch endlich Zeit uns die Gauklerparade „Carneval de Fous“ in Ruhe anzuschauen. Also bunkerten wir uns am Central Plaza irgendwo dazwischen. Die Gauklerparade war ein Feuerwerk aus Farben, Musik und guter Laune, so das einfach jeder mitmachte. Passend lief der Song „Ein kunterbunter Tag“ rauf und runter, auf französisch versteht sich. Kleine Häuser und die gewaltige Kathedrale Notrè Dame spazierten an uns vorbei. Quasimodo läutete kräftig an seiner Glocke, gefolgt von den lustigen Wasserspeiern die lebendiger den je wirkten. Zigeunertänze folgten und Esmeralda hatte auch ihre kleine Ziege mitgebracht. Viel zu schnell war es vorbei.
Wir bummelten noch ein wenig durch die Arkaden der Main Street und stöberten in den Souvenirgeschäften. So langsam neigte sich auch dieser Tag dem Ende zu, aber wir hatten ja noch das Feuerwerk vor uns. Mit einer Mickey-Bluse bepackt liefen wir also den langen Weg zurück zu unserem Pueblo. Erst einmal mussten wir uns mit Butterstullen und Waffeln für den Rest des Abends stärken. Gegen 22:00 Uhr gingen wir abermals los und es war um einiges kälter geworden. Komet „Hale Bopp“ strahlte hell und klar über das nächtliche Disneyland was genau zu diesem Zauberreich und dem besonderen Abend wie die Faust aufs Auge passte. Wenn das nicht auch eine typische Disney-Inszenierung war? Aber nein, der Komet war echt.
Der Themenpark selbst strahlte noch in seiner ganzen Pracht da die Prominenten wohl noch kräftig feierten. Das Gauklerschloss sah so bunt und angestrahlt einfach traumhaft aus, was wir schon aus weiter Ferne sahen. Sehnsuchtsvoll schauten wir durch die abgesperrten Gitter an den Drehkreuzen unter dem Disneyland Hotel am Eingang. Selbst die ganzen Blumen-Figuren waren alle angestrahlt und in allen Bäumen blinkten Lichter munter vor sich hin. Einige Leute bummelten gemütlich die Main Street entlang. Zu schade, das wir nicht dabei sein konnten. Also blieb uns nichts anderes übrig als zurück ins Disney Village zu gehen und auf das Feuerwerk zu warten. Wir standen uns also mal wieder die Beine in den Bauch, dem Gast wird nun mal keine Pause gegönnt, wie wir zu Bestätigung mal wieder feststellen mussten. Begeistert schauten wir immer wieder hin zum Disneyland Hotel und dem Schloss, doch nichts passierte. Das muss ganz schön komisch ausgesehen haben, da wir beide die einzigen waren, die genau in der Mitte vom Village standen, während alle anderen Besucher an uns vorbei zogen. Von allen Seiten hämmerte laute Musik, überall eine andere. Dazu spielte noch eine Live-Band, während andere sich beim Bullenreiten amüsierten. Inzwischen aber kamen immer mehr von den geladenen Gästen aus dem Park, die Fete schien beendet – doch noch immer kein Feuerwerk. Das Disneyland Hotel hatte auf einmal nur eine Seite der Beleuchtung an, sehr merkwürdig. Schon 23:00 Uhr und noch immer nichts? Doch auf einmal kam ein ganzer Klumpatsch von Leuten in unsere Richtung während ein Hubschrauber dicht über unseren Köpfen kreiste. Woher die das alle nur wussten? Dann war es endlich soweit, Böllerschüsse drangen durch die Nacht. Kurz drauf wurden wie wild Raketen abgefeuert, so dass die ganze Front des Disneyland Hotel nur noch ein einziges Lichtermeer war. Man sah rote Herzen, blaue Sterne, riesige Blumen sowie silberne Palmen. Wie die das wohl gemacht haben? So ein fantastisches Schauspiel haben wir noch nie gesehen. Man kann es mit Worten auch gar nicht beschreiben, man muss es einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Nach einer viertel Stunde war alles vorbei. Applaus für „Fantasia in the Sky“, was dem Namen alle Ehre machte. Nun waren wir endgültig durchgefroren, der Gewaltmarsch zu unserem Hotel kam uns doppelt so lang vor. Ein Glück hatten wir vorher noch die Heizung im Zimmer voll aufgedreht. Todmüde vielen wir gegen Mitternacht in unsere Betten.
Es wurde Sonntag und wir nahmen uns das letzte Land, nämlich das Frontierland vor. Wir schlenderten gemütlich durch die Stadt „Thunder Mesa“. In Legend of the Wild West saß immer noch der einsame Cowboy im Knast. Aber er bekommt ja jedes Jahr Besuch von uns. Uns war es nun richtig zum gruseln zumute, also Zeit dem „Phantom Manor“ eine Besuch abzustatten. Am Eingang stand schon ein Wächter der uns mit grimmiger Mine musterte, was nicht gerade einladend wirkte. Plötzlich krallte mich ohne Vorwarnung der schreckliche Knochengeist für ein Souvenirfoto. Das Ergebnis war dementsprechend sehr gruselig. Der Schreck saß mir noch eine ganze Weile in den Gliedern. In dem alten Herrenhaus ging es wahrhaftig schaurig zu obwohl wir uns hier mittlerweile schon bestens auskannten. Aber wer kann sich schon an 999 Geister gewöhnen die hier ihr Unheil trieben? Der Spuk hatte noch lange kein Ende, als wir den Friedhof „Boot Hill“ betraten. Hier ruhte u. a. Red Hot Harry, wer immer er auch gewesen sein mag. Vielleicht ein großes Westernheld, denn wir noch nicht so gut kennen.
Zeit, diesen düsteren Ort zu verlassen denn gerade legte die „Molly Brown“ an. Der majestätische Schaufelraddampfer lud uns zu einer Fahrt auf den „Rivers of the far West ein. Es war einfach herrlich. Die Sonne schien so schön warm ins Gesicht, dazu die wunderbare Musik von Mark Twain die zum träumen einlud. Ich hätte ewig so weiterfahren können. Im Big Thunder Mountain brach gerade ein Stollen krachend zusammen. Etwas zu gefährlich für unsereins. Anschließend fuhren wir noch mit den „River Rouge Keelboats“, den Genuss bekam man ja auch nicht alle Tage. Wir kamen am „Pocahontas Indian Village“ vorbei, leider nichts für so „alte“ Leute wie wir. Auch die Suche nach „Meeko“, dem niedlichen Waschbären blieb erfolglos. Doch ein Foto für die Nachwelt durfte trotzdem nicht fehlen und ich machte mich recht gut davor. Wir schlenderten weiter zur „Critter Coral Ranch“, wo uns schon eine aufgeblasene Pute (im wahrsten Sinne des Wortes) giftig empfing. Doch zum Glück waren die anderen Tiere die wir hier vorfanden friedlicher. Die Mittagssonne stand inzwischen hoch am Himmel, Zeit zum Essen. Chicken Nuggets mit einem scharfen Dip im Restaurant „Hakuna Matata“ im Adventureland waren heute angesagt. Während des Essens hörten wir die traurige Musik aus „König der Löwen“.
Da wir nun das ganze Disneyland von vorne bis hinten durch hatten, fingen wir praktisch wieder von vorne im Fantasyland an. So fuhren wir noch einmal mit unseren ganzen Lieblingsattraktionen. Es ging natürlich auch wieder ins Discoveryland um noch einmal die Attraktionen wie Le Visionarium, Captain EO und Star Tours zu erleben. Star Tours war dabei besonders aufregend. Wir saßen in der letzten Reihe ganz außen, wobei die Effekte noch intensiver wirkten. Fast war es real. Galaktisch gut. Zum Schluss sahen wir uns im Fantasyland noch einmal die zauberhafte Show „En Scènce, s’il-vous plait“ an. Auch zum zweiten Male, wunderschön. Zur Überraschung gab es noch eine neue Einlage. Mickey erschient mit einer großen Geburtstagstorte und alle tanzten im Konfettiregen zu dem Geburtstagslied das wir schon längst auswendig kannten. Zurück auf der Main Street wurden noch ein paar Einkäufe getätigt und das war es dann auch für diesen Tag. Im Hotelzimmer hieß es dann schon einmal Tasche packen und, denn die letzte Nacht brach an.
Die Nacht war wie immer kurz und es wurde Montag. Sollten 5 Tage so schnell vorbei sein? Nach dem letzten kontinentalen Frühstück in der La Cantina gaben wir unsere Taschen und Souvenirtüten beim Gepäckservice ab und los ein letztes Mal dem Themenpark entgegen wobei wir die Cowboyhüte aus der Wild West Show zur Abwechslung trugen.
Als erstes starteten wir noch einmal zu einer Rundreise mit der Disneyland Railroad. Das sagenhafte „Whooop“ werden wir auf alle Fälle vermissen. Heute wollten wir es wissen. Wir fuhren das erste mal in den 5 Jahren mit einem der „Main Street Vehicles“, allerdings nur eine halbe Runde. Am Central Plaza schnell ausgestiegen und noch ein professionelles Souvenirfoto mit uns vor dem Gauklerschloss gemacht. Auch wenn ich dabei gnadenlos alle aus dem Weg räumen musste. Die Sonne stand gerade noch günstig. Zu Fuß machten wir nun weiter auf den Weg zu einer Abschiedstour durch alle 5 Länder. Wir dinierten noch einmal bei „Hakuna Matata“ und die traurige Musik passte zu unserer Stimmung. Schließlich holten wir unser Souvenirfoto bei „Main Street Motors“ ab, was einfach spitzenmäßig geworden war. Knatschbunt, das Bild sprengte den ganzen Rahmen. Passend dazu gab es eine schöne Mickey-Geburtstagshülle. Wie ich bereits zu Anfang erwähnte, Mickeys Ohren sind überall, manchmal erkennt man sie allerdings erst auf den zweiten Blick. Wir ließen unser letztes Kleingeld in den Geschäften und weil es so schön war sahen wir uns noch einmal die Gauklerparade an. Wir standen mal wieder in der 1. Reihe. Besser konnte es zum Abschluss gar nicht sein. Ehe wir uns versahen wurde es auch schon 17:00 Uhr. Zeit zu gehen. Ein sehnsuchtsvoller Blick aufs Schloss und über die Main Street hinweg und raus.
Noch ein letztes mal durchs Disney Village, vorbei am Hotel New York und der Lodge hieß es endgültig „time to say goodbye“. Scheren Herzens machten wir uns auf dem Weg zum Santa Fe um unsere Taschen abzuholen. Wir warteten wie zwei einsame in der Wüste Neumexikos auf den VEA Shuttle-Bus. Wir sahen unzählige Gäste ankommen und wir mussten nach Hause. Aber dafür haben wir Geburtstag gefeiert.
Pünktlich um 17:50 Uhr kam dann auch der Bus und ab zum Flughafen. Aufgrund eines Staus fuhren wir einen Umweg durch die umliegenden Dörfer von Marne-la-Vallee, was zur Abwechslung auch mal ganz nett war. Auf dem Flughafen trafen wir auf eine merkwürdige, sektenähnliche Kirchengruppe in Jesus-Latschen. Zum Glück flogen sie nicht mit uns, sonder checkten für Hamburg ein. Es klappte mal wieder alles hervorragend und pünktlich um 19:55 Uhr konnten wir unsere Air France, dieses mal eine Boing 737 besteigen. Wirklich nichts schiefgegangen? Kommt alles noch. Als wir eigentlich um 20:35 Uhr abfliegen sollten, kam über Lautsprecher die Durchsage, das wir 25 Minuten Verspätung haben würden. Sehr merkwürdig, ob noch jemand fehlte? Wir wussten es nicht. So saßen wir bei klassischer Musik (Geig, Fidel) im Flieger und warteten auf unseren Abflug. Doch exakt nach 25 Minuten rollten wir dann endlich auf die Startbahn. Nach einem gelungen Start konnten wir noch einmal einen Blick über das erleuchtete Paris werfen bis wir endgültig die Wolkendecke durchbrachen. Es wurde wieder ein sehr ruhiger und schöner Flug. Kein Wunder, denn es flog eine Pilotin. Echt klasse!!! In Düsseldorf angekommen bekamen wir auch sofort unsere schweren Taschen und es folgte der krönende Abschluss der ganzen Reise. Am Meeting Point suchten wir den Taxifahrer der uns von der Gesellschaft mit dem klingenden Namen „Der Albatros“ abholen sollte. Natürlich war niemand da und wir schauten etwas verwirrt durch die Gegend. Er wird doch wohl nicht schon wieder abgehauen sein? So groß war unsere Verspätung nun auch wieder nicht. Nach einer Weile kam er dann doch endlich mit seinem Schild an und wurde sofort bollerig zu uns. Er kloppte ein paar freche Sprüche und war total unfreundlich. Das konnte ja heiter werden. Nach einer hitzigen Diskussion stiegen wir ins Auto ein. Ich hatte gleich ein ungutes Gefühl. Kaum das wir uns richtig angeschnallt hatten, bretterte er sofort mit einem Affenzahn los. An der Auffahrt zur Autobahn drängte er einen anderen Wagen zur Seite und regte sich noch künstlich auf. Es war schlimmer als bei der Polizei auf einer Verfolgungsjagd. So etwas habe ich auch noch nie erlebt zudem war es eine unerträgliche Hitze im Auto, man hätte sich ohne weiteres nackt ausziehen können. Wir fuhren fast 200 km/h Spitze und wechselten alle paar Sekunden die Spur, natürlich ohne Blinker. Würden wir noch lebend zuhause ankommen? Inzwischen wurde mich dermaßen schlecht, der beste Beweis dafür, dass ich wahrhaftig nicht „Space Mountain“ tauglich bin. Als ich ihn drauf aufmerksam machte, blieb er stur. In einer Rekordzeit von nur 25 Minuten schafften wir die Strecke vom Düsseldorfer Flughafen nach Hause. Das war wirklich reif für’s Guinness Buch der Rekorde. Froh, endlich heil zu Hause angekommen zu sein, musste ich mir von diesem „freundlichen“ Fahrer auch wieder dumme Sprüche anhören. Die Reise hatte ein Ende. Was nun noch bleibt sind die unzähligen Fotos die wir geschossen haben, die Souvenirs und natürlich Erinnerungen an 5 wunderschöne Tage im Disneyland Paris, die so schön waren – wie nie zuvor. Auf ein neues im nächsten Jahr!

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Der Park-Planer am 6.9.2010

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