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Eine Reise durch Europa in drei Tagen! (03.08.2005)
von Gerlinde Baumann

 

Ziemlich spontan haben meine Freundin Silvia und ich uns dieses Jahr für einen Kurzurlaub mit unseren Familien im Europapark entschieden! Gesagt – getan, schon war die Reise ins Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz gebucht. Wir fuhren am Mittwoch, den 3. August abends um 23.57 Uhr mit dem Zug von Salzburg nach Herbolzheim, wo wir nach einer schlaflosen und ziemlich anstrengenden Fahrt am Donnerstag morgen um 6.30 Uhr ankamen. Kurz nach 7 Uhr holte uns ein Shuttlebus vom Highwayhotel am Bahnhof ab und brachte uns ins Hotel, wo wir uns erstmal ein Frühstück gönnten, bevor es dann zum Park ging. Am Informationsschalter holten wir unsere Eintrittskarten ab und dann ging’s endlich los. Als erstes bummelten wir natürlich die Deutsche Allee entlang und verschafften uns mal anhand des Parkplanes einen Überblick, was gar nicht so einfach war angesichts der Größe des Europaparks. Schließlich ist der Europapark so groß wie 90 Fußballfelder! Wir beschlossen, erstmal eine Runde mit der Panoramabahn durch den Park zu machen, das ist immer ganz gut, da sieht man doch schon mal einiges vom Park. Da wir uns trotz des Planes nicht so recht auskannten, spazierten wir einfach mal drauf los. Nach der schlaflosen Nacht im Zug waren wir einfach zu müde, um uns lange zu überlegen, wie man den Tag am besten gestalten könnte. Die Mädchen von Silvia entdeckten gleich mal die Oldtimer und wollten natürlich sofort eine Runde drehen. Dieser Wunsch wurde ihnen auch gleich erfüllt und so starteten sie mit einer „Tin Lizzy“ von Ford zu ihrer ersten Fahrt. Wir gingen dann einfach den Weg weiter entlang und kamen zum „Nivealand“, das ist genau richtig für kleinere Kinder. Sandra setzte sich gleich in eins der kleinen blauen Paddelboote und Daniela ließ sich den „Leuchtturmspaß“ nicht entgehen und zog sich einige Meter hinauf. Woher die beiden die Energie dazu nahmen, weiß ich echt nicht! Ein Stück weiter kamen wir nach England, vorbei an der Victoria Station und „Baron Williams’ Mystery Hall“. Im Abenteuerland wartete schon der Raddampfer auf uns und wir genossen die ruhige Fahrt. Wir fühlten uns wie bei Huckleberry Finn und wollten gar nicht mehr aussteigen (was wohl auch an unserer Müdigkeit lag).

Vom Reich des Dschungelkönigs ging es weiter nach Norden – nach Skandinavien. Von diesem Land mit seinen bunten Häusern, dem rauschenden Wildbach und den schönen Shops waren wir gleich begeistert. Genau so haben wir „Alpenländler“ uns den hohen Norden vorgestellt. Nach einem Besuch in der norwegischen Stabkirche wartete schon die nächste Attraktion auf uns – Fjord Rafting war angesagt! Es wurde eine rasante Fahrt durch den reißenden Wildbach, aber wir bewältigten auch die stärksten Stromschnellen. Etwas durchnässt trafen wir wieder auf Silvia und da wir inzwischen alle ziemlichen Hunger hatten, fuhren wir mit der Panoramabahn zu „Marios Pizza“. Wir setzten uns in die Sonne und ließen uns leckere Pizzaschnitten schmecken. Inzwischen konnten wir uns kaum mehr auf den Beinen halten und so erschien uns eine Fahrt mit dem „EP Express“ sehr verlockend. Wir gingen zurück zum Haupteingang, stiegen am Alexanderplatz ein und fuhren einmal rund um den Park und weil’s so schön war, fuhren wir gleich weiter bis zur Station Griechenland. Dort bummelten wir durch die Shops, verweilten ein bisschen in Mykonos und schauten den Leuten zu, die bei „Poseidon“ ziemlich nass wurden! Da im Europapark Griechenland an die Schweiz grenzt, machten wir noch einen Abstecher zum „Jungfrau-Gletscherflieger“. Den Flug machten allerdings nur mein Mann Heinz und Sandra, allerdings nur einmal, zu einer weiteren Fahrt konnte sie nicht mehr überredet werden! Inzwischen war es 16 Uhr und wir wollten eigentlich nur noch eines: Schlafen!! Aber das war gar nicht so einfach, der Bus in unser „Highwayhotel“ fuhr nur morgens und abends, also erst nach 18 Uhr wieder und so lange konnten wir nicht mehr warten. Wir mussten also bis zum Bahnhof Herbolzheim fahren und von dort eine halbe Stunde zu Fuß ins Hotel gehen, obwohl gehen wohl nicht der richtige Ausdruck ist, wir schlurften wohl eher die Straße entlang! Nach einer Stunde Schlaf ging es uns aber schon wieder besser und wir gingen erstmal zu McDonalds, wo es sich die Kinder schmecken ließen, Silvia, mein Mann und ich verweigerten aber McDonalds und aßen lieber in der Raststätte. Nach einem kurzen Abstecher in der Bar gingen wir schlafen, wir wollten ja schließlich fit sein für den nächsten Tag.

Am nächsten Morgen übersiedelten wir nach dem Frühstück ins Hotel „El Andaluz“, das im spanischen Teil des Europaparks liegt. Wir wollten ja eigentlich beide Nächte in diesem Hotel verbringen, aber leider waren alle Hotels im Europapark ausgebucht, klar, schließlich ist Ferienzeit! Aber die eine Nacht wollten wir uns nicht entgehen lassen! Der erste Eindruck von diesem Hotel, welches im Stil einer spanischen Sommervilla gebaut ist, war einfach überwältigend! Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und dass, obwohl wir erst die Hotelhalle gesehen hatten!! Wir checkten ein, gaben unsere Koffer ab und konnten gleich durch den Garten des Hotels direkt in den Park gehen. Das sind halt die Vorteile, wenn man direkt im Park wohnt. Als erstes wollten die Kinder nach Österreich (unsere Heimat) um dort mit dem „Alpenexpress“ zu fahren und sich gleich danach mit der „Tiroler Wildwasserbahn“ ein steiles Gefälle hinunter ins kühle Nass zu stürzen. Von dieser Fahrt kauften wir ein Foto, welches ich auch gleich per mail an meine Freundin Sabine schickte, ein toller Service übrigens. Danach gingen wir in die „Zauberwelt der Diamanten“, die in der „Edelsteingrotte“ mündet. Dort funkelt und glitzert es, dass es eine wahre Freude ist. Dann verließen wir Österreich, um nach Holland zu gehen. Dort wagten wir eine Fahrt mit den „Piraten in Batavia“, eine Bootsfahrt durch den indonesischen Ozean, wo wir Zeugen eines Piratenüberfalls wurden. Zum Glück kamen wir da heil wieder heraus, wir wollten schließlich noch andere Abenteuer erleben. Da es an diesem Tag sehr heiß war, wollten wir wieder eine Abkühlung haben, also ging’s wieder nach Skandinavien zum Fjord Rafting. Diese Attraktion wurde zum absoluten Liebling der Kinder! Nach der Fahrt gingen wir diesmal nicht über die Brücke zurück, sondern setzten mit der Fähre ans andere Ufer über.

Unser Mittagessen genossen wir diesmal in Frankreich, im „Petit France“. Dieses Restaurant liegt an der Strecke, an der die Nachmittagsparade vorbei führt, also schauten wir uns nach dem Essen gleich die Parade mit der Euromaus an. Da wir auch ganz in der Nähe des „Euro-Towers“ waren, fuhren wir gleich mal damit hoch – 75 m hoch ging es, man konnte den ganzen Park überblicken und auch noch die nähere Umgebung rund um den Europapark.

Zum x-ten Mal an diesem Tag schauten wir uns den Parkplan an und nun wollten wir ins „Cinema 4D Kino, wo uns ein Film des WWF erwartete. Der Film zeigte die Lebensräume der Tiere vor und während der Zerstörung des Menschen, aber mit verschiedenen Effekten in 4D. Eigentlich ist das ein Film in 3D, aber dazu kommt noch, dass man zusätzlich auch noch Gerüche, Wind und Wasser wahrnimmt. Absolut sehenswert! Weiter ging es nach Italien ins Geisterschloss, wo uns ein schaurig-schönes Spukabenteuer der Familie Medici erwartete.

Und dann war es soweit: Die Fahrt mit der „Silver Star“ wartete auf uns. Ich überlegte ja schon seit Tagen, ob ich die Fahrt wagen sollte oder nicht, einerseits hatte ich ziemlichen Bammel davor, aber andererseits wusste ich, dass ich es zu Hause bereuen würde, wenn ich nicht damit fahren würde. Irgendwie brauche ich diesen Nervenkitzel! Also stellten sich mein Mann und ich uns in die (nicht allzu lange) Schlange der Wartenden und ich muss zugeben, ich war ziemlich nervös! Immerhin ist die „Silver Star“ Europas höchste und schnellste Achterbahn! Nach etwa 20 Minuten war es soweit, wir stiegen ein und schon ging es los, quälend langsam fuhr der Wagen auf eine Höhe von 73 m, um dann mit rasender Geschwindigkeit auf einer Neigung von 70° in die Tiefe zu stürzen. Laut Parkguide befindet man sich ca. 20 Sekunden im freien Fall! Im ersten Moment dachte ich: nie wieder, aber im Nachhinein tut es mir ein bisschen leid, dass ich nicht noch mal gefahren bin. Diese Achterbahn ist echt ein Wahnsinn und das Highlight des Europaparks.

Nach dieser wilden Fahrt wollten wir es wieder etwas ruhiger angehen lassen und so gingen wir nach Griechenland zu „Poseidon“. Wir fuhren mit dem Boot durch einen griechischen Tempel und dann ging’s auch schon los – eine wirklich erfrischende Fahrt! Da wir schon nass waren, gingen wir gleich weiter nach Portugal, wo erst in diesem Sommer die Eröffnung von „Atlantica Super Splash“ war. Bei dieser Wasserachterbahn fährt man zuerst rauf, dann ein Stück rückwärts und dann dreht sich das Boot wieder und man stürzt in die Tiefe, wobei man ziemlich nass wird! Atlantica Super Splash ist übrigens die zweit höchste Attraktion im Europapark. Bevor wir uns ins nächste Abenteuer stürzten, mussten wir aber erst mal wieder trocknen! Was ist da besser geeignet als ein Bummel durch die Shops!

Inzwischen waren unsere Zimmer im Hotel fertig und da uns die Neugier schon sehr plagte, fuhren wir mit dem Europapark Express nach Spanien, wo wir unsere Zimmer auch gleich beziehen konnten. Ein Traum! Schon alleine der Flur ist eine Augenweide und die Zimmer sind wirklich wunderschön und geräumig und sehr liebevoll gestaltet. Ich machte Unmengen von Fotos davon! Wir wollten uns dann aber doch nicht allzu lange im Hotel aufhalten, schließlich hatten wir noch viel vor an diesem Tag. Da Österreich gleich neben Spanien liegt, wollten wir gleich noch mal mit dem „Alpenexpress“ fahren. Daniela wollte dann auch noch mal in die Edelsteingrotte gehen, sie hatte da wohl einige schöne Sachen gesehen! Ich kann sie verstehen, dieser Shop ist wirklich wunderschön. Danach waren wir alle schon ziemlich geschafft und so spazierten wir einfach ohne festes Ziel durch den Park, es gibt ja dort so viel zu sehen. Um 20 Uhr hatten wir einen Tisch im Restaurant „Don Quijote“ reserviert. Da mein Mann und ich Hochzeitstag hatten, wollten wir uns ein schönes Abendessen gönnen und wir wurden nicht enttäuscht. Das Essen und der Service waren super! Wir aßen einen leckeren Spieß mit Kartoffelspalten und guten Soßen und Silvia ließ sich einen mallorcinischen Hirtensalat schmecken, von dem hatten wir schon im Reiseführer gelesen! An diesem Abend war im Hotel Colosseo ein italienischer Abend für die Hotelgäste und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also machten wir uns auf den Weg nach Rom. Das Hotel Colosseo ist wunderschön, italienische Musik spielte, Fackeln brannten, man fühlte sich wirklich wie im Süden. Im Europapark gibt es aber noch ein drittes Hotel – das Hotel „Castillo Al Cazar“, eine Ritterburg, und das wollten wir uns auf jeden Fall auch noch anschauen, ist ja klar. Vor allem nachts sieht diese Burg sehr beeindruckend aus. Zum Glück ist uns aber das Schlossgespenst nicht begegnet!

Der Samstag – und somit unser letzter Tag im Europapark – begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Restaurant „Castillo“. Es gab Spiegeleier, Rühreier mit Speck, Käse, Schinken, fünf verschiedene Sorten Joghurt, Müsli, Säfte und und und, wir wussten gar nicht, was wir essen sollten, so groß war die Auswahl. Als besonderes Highlight und sehr zur Freude von Daniela und Sandra besuchte uns auch noch die Euromaus mit ihren Freunden! Nach dem reichlichen Frühstück bereisten wir auf einem Floß den afrikanischen Dschungel und anschließend fuhren wir noch mal mit den „Piraten in Batavia“, bevor mein Mann, mein Sohn und ich uns zur „Euro-Mir“ begaben. Dort erwartete uns eine sehr rasante Fahrt – mal vorwärts, mal rückwärts ging es um die hohen blauen Türme herum. Nun fehlte uns noch die Fahrt mit der „Schweizer Bobbahn, aber was war das? 60 Minuten Wartezeit! Das war uns nun doch zuviel und so gingen wir erstmal in den Schlosspark zum Schloss Balthasar mit seinem Zaubergarten. Während meine beiden Männer sich dann auf einer Bank ausruhten, machten wir Frauen uns auf zum Shoppen in die Deutsche Allee, schließlich wollten sich die beiden Mädchen noch eine Euromaus kaufen. Zu Sandras großer Freude stand die Euromaus schon bereit und ich machte viele schöne Fotos von den beiden. Inzwischen knurrten schon unsere Mägen und so gingen wir in den Biergarten – hatte mein Mann etwa schon Heimweh nach Salzburg? Nach dem Essen starteten wir einen neuerlichen Versuch bei der Schweizer Bobbahn und siehe da – die Wartezeit betrug nur mehr 20 Minuten. Wir starteten für die Schweizer Mannschaft und stürzten uns den Eiskanal aus Metall hinunter. Da wir schon in der Schweiz waren, wagten wir gleich noch eine Fahrt mit dem „Matterhornblitz“. Wir genossen den Blick über die Gipfel der Schweiz – allerdings nicht lange, bevor es dann im Sturzflug wieder in die Tiefe ging.

Nun wollten wir wieder etwas unternehmen, was wir alle gemeinsam machen konnten und so begaben wir uns nach Italien, wo wir den „Karneval in Venedig“ anschauen wollten. Aber was war denn das? Es erwartete uns eine Vogelshow mit italienischen Masken, die irgendwelche italienischen Lieder trällerten. Leider waren die Türen verschlossen, sonst wären wir wohl gleich wieder raus gegangen. Aber was soll’s, diese Show dauerte ja nicht allzu lange und nach 15 Minuten hatten wir es überstanden. Sehr zum Leidwesen meines Sohnes schauten wir uns auch noch die „Euro-Maus Show – Das große Casting“ an. Ich fand diese Show allerdings ganz nett und Daniela und Sandra waren ganz begeistert davon! Nun war auch unser letzter Tag im Park bald zu Ende und da uns eine ziemlich lange Zugfahrt erwartete, wollten wir uns noch mal so richtig stärken, also gingen wir wieder ins Restaurant „Don Quijote“. Dieses Restaurant kann man wirklich nur empfehlen! Um 20 Uhr war noch eine Kinderdisco mit der Euromaus, die sich die Mädchen natürlich nicht entgehen lassen wollten. Dann war es leider auch schon Zeit, zum Bahnhof zu fahren und den Heimweg anzutreten!

Das war unser erster Besuch im Europapark, aber sicher nicht unser letzter! Wir waren alle total begeistert von diesem tollen Freizeitpark und vor allem von den schönen Hotels! Ich bin und bleibe zwar ein Disneyland-Fan, aber trotzdem hat es mir im Europapark sehr, sehr gut gefallen.

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